Eberswalder Spritzkuchen in die "Arche des Geschmacks“!

Slow Food Barnim-Oderland bereitet seit einigen Monaten die Aufnahme des Eberswalder Spritzkuchens in die internationale „Arche des Geschmacks“ der Slow-Food-Stiftung für Biodiversität vor. Es handelt sich um ein Produkt, das eine besondere Tradition am Ort (seit 1842), eine typische Form (zwei Kringel übereinander) hat und allein schon wegen des Rückgangs des Bäckerhandwerks in Eberswalde und Umgebung vom Aussterben bedroht ist. Björn Wiese, Obermeister der Bäckerinnung im Kreis Barnim und seit Jahren Slow-Food-Unterstützer, hat seine Kollegen überzeugt, dass es an der Zeit ist, das Produkt unter „Artenschutz“ zu stellen. Ein Förderverein ist in Gründung, und auch an eine Kennzeichnung mit dem EU-Herkunftssiegel ist gedacht.

Eine Gruppe Slowfoodies besuchte am 16. November den Bäckereibetrieb von Björn Wiese in Britz und informierte sich vorher bei einem erweiterten Frühstück im „Café Gustav“ am Markt in Eberswalde, dessen Name an den Bäcker Gustav Louis Zietemann erinnert, der zur Eröffnung der Bahnlinie Berlin-Stettin den Spritzkuchen erfand und am Bahnsteig verkaufte. Ein Denkmal im Bahnhofsgebäude und eine Ecke im Stadtmuseum erinnern daran. Das genaue Rezept von 1842 ist nicht erhalten, aber es gibt viele Hinweise in der Literatur, auf deren Basis sich Qualitätsstandards entwickeln lassen. Daran wird jetzt gearbeitet. Auf jeden Fall soll die handwerkliche Herstellung festgeschrieben werden, denn es gibt auch Backmischungen von Dr. Oetker und anderen sowie Industrieprodukte, die wenig mit dem „Original“ zu tun haben.

Björn Wiese zeigte in seinem Betrieb, wie er es macht: In eine Kupferschüssel werden zunächst Wasser und Butter zum Kochen gebracht, dann wir Mehl hinzufügt, alles verrührt und die dampfende Teigmasse geknetet. Die nächste Zutaten sind (frische!) Eier und abgeriebene Zitronenschale. Die Masse wird verrührt und dann in einen Spritzbeutel gegeben, aus dem die Ringe in zwei Umdrehungen geformt werden. Anschließend werden sie, halb bedeckt, in Butterfett ausgebacken und dabei gedreht. Am Schluß werden die Küchlein einseitig in Zuckerglasierung getaucht, und der Eberswalder Spritzkuchen ist fertig. 

- Fotos von der Veranstaltung

- Website (in Arbeit)

                             © 2018 Slow Food Barnim-Oderland / Ulrich Rosenbaum  - Kontakt - Facebook